Für die Ahnsbecker Bürger inzwischen ein Teil ihrer Dorfgeschichte

 

Alles begann mit der Aufstellung einer Panzer-Artillerie-Batterie in Dedelstorf Landkreis Gifhorn. Fünf junge wehrpflichtige Männer bekamen 1964, morgens bei der täglichen Befehlsausgabe, von ihrem „Spieß“ den Auftrag einen Denkstein zu bauen,  der an die Aufstellung der Batterie am 01.10.1962 erinnern sollte.

2 Jahre später erkundeten im Auftrag des Batteriechefs Hauptmann von Klocke, der „Spieß“ Feldwebel Heinz Schütte und der Batterieoffizier Leutnant Henning Sturm eine geeignete Ge- meinde ostwärts von Celle, mit der man eine Patenschaft gründen wollte. Von dem Bürgermeister  Herbert Bangemann, ehemaliger Kapitänleutnant, wurden sie freundlich empfangen.

 

Hiernach begann ab 1964 eine mit Augenmaß geführte, fast 30 jährige Patenschaft, die leider im Verlauf der Standortauflösung Dedelstorf und des Panzerartilleriebataillon 335, 1993 zu Ende ging. Zeitgleich entstand dort eine Traditionsgemeinschaft aus Dedelstorfern und Ahnsbeckern, zunächst unter der Leitung des Stabsfeldwebel Günther Bergstermann, dann Oberstleutnants a.D. Wolfgang Hübener, nach dessen Tod übernahm Hauptmann a.D. Bernd Frahm aus Hankensbüttel die bisher längste Zeit, den Vorsitz, den er bis heute noch ausübt.

Hier kommt wieder der Stein ins Blickfeld. Der 1993 amtierende Ahnsbecker Bürgermeister Hermann Vörtmann ließ zur Freude des inzwischen Ahnsbecker gewordenen „Spießes“ den tonnenschweren Denkstein aus der Richthofen-Kaserne nach Ahnsbeck holen, wo der alte „Spieß“ sich  von nun an wieder liebevoll um sein „Baby“ kümmern konnte. Einen weiteren „Ortsumzug“ auf das Gelände der Ahnsbecker Freiwilligen Feuerwehr, wo er heute noch steht, überstand er gut 10 Jahre später erwartungsgemäß gut.

 

Neben den farblichen Pflegearbeiten bekam der Stein 2005 einen ganz neuen Schriftkranz aus Edelstahl als Spende der Firma Butting in Knesebeck. Was aber hilft es, wenn im Laufe der Zeit eine neue Generation, oder auch ortsfremde Gäste mit dem stummen Stein nichts anzufangen wissen. Mit seinem Wunsch das zu ändern, in Form einer an dem Gedenkstein anzubringenden Informationstafel, stieß der ehemalige „Spieß“ bei dem Ahnsbecker Bürgermeister Ulrich Kaiser auf offene Ohren.

Ende Oktober 2017 war es soweit, die Tafel konnte enthüllt werden. Etwa 35 geladene Gäste waren anwesend, als der Bürgermeister Ulrich Kaiser seine eindrucksvollen   Worte anlässlich der Veranstaltung vortrug. Auf Wunsch des verhinderten 1. Vorsitzenden  der Dedelstorfer Traditionsgemeinschaft Bernd Frahm, verlas sein alter „Spieß“ ein Grußwort von ihm. Heinz Schütte, der weiter durch das Programm führte, stellte erfreut fest, dass es dem 2. Vorsitzenden Meinhard Günther, trotz mehrerer Termine an diesem Tag, gelungen war ebenfalls teilzunehmen.

 

Es folgte die Schilderung eines damals sehr jungen Ahnsbeckers, wie er aus seiner Sicht, als Kind und später als einer der 37 Ahnsbecker Soldaten, die in Dedelstorf in der 3.Batterie gedient hatten,  die Patenschaft erlebt hatte. Jörg Piening schilderte anschaulich und erzählte für alle sehr interessante Begebenheiten.  Nachdem der ehemalige „Spieß“ Heinz Schütte Worte des Dankes an die verschiedenen Vertreter der einzelnen Gruppen gerichtet hatte, dankte er auch Joachim Hägerling für den Unterbau der Tafel und Phillip Rös für die Pflasterung, der von Cord Hermann Vörtmann gespendeten Natursteine, vor dem Denkstein und zur Überraschung, weil sonst selten erwähnt, Rolf Hägerling für seine Pressearbeit.

 

Letztlich bekam der ehemalige Soldat Hinrich Bruns,  den Auftrag vom Bürgermeister Ulrich Kaiser die Tafel zu enthüllen. Der bis dahin stumme Stein hat von nun an etwas zu erzählen.

 

Text: Heinz Schütte